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Segelurlaub auf den Masurischen Seen

Segelurlaub auf den Masurischen Seen 1. bis 15. September 2011

Das wollten wir, Gerhard Hoppe und Peter Würz, schon lange einmal machen:
Ein Segelurlaub auf den Masurischen Seen, dem Land der 1000 Seen - angeblich sind es sogar über 3000, dem wahrscheinlich schönsten, ruhigsten und weitläufigsten Binnensegelrevier in Europa. Die Landschaft entstand vor rund 12.000 Jahren, als die Gletscher der letzten Eiszeit abtauten. Der tiefste See, Jezioro Hancza, ist mit 108 m einer der tiefsten Seen Europas, und der größte, Jesiora Sniardwy (Spirdingsee) misst immerhin 114 km². Die Segelreviere sind sehr abwechslungsreich. Besonders gut für das Segeln sind die größeren Seen, zum Beispiel Spirdingsee, Mauersee, Löwentinsee, Niedersee, aber auch viele andere kleinere Gewässer, die alle durch gut befahrbare Kanäle verbunden sind.

Aber erst musste ein Boot ausgesucht werden. Wir entschieden uns für Tango 780, einen polnischen Jollenkreuzer mit 27 m² Segelfläche. Das kostete für 14 Tage einschließlich erster Spritfüllung 511,- Euro. Der Standort war Rydzewo. Dieser Ort liegt nicht weit von Gizycko, einem der Hauptorte an den Seen.

So machten wir uns am Donnerstag / 1.9.2011 auf den Weg. Nach 11 Stunden und 735 km mit vielen Baustellen, aber bei gutem Wetter, erreichten wir unser Ziel. Dort konnten wir auf dem Gelände des Vercharterers auch unser Auto parken. Ebenfalls befanden sich dort Dusche und WC mit spartanischer Ausstattung, aber ohne Extrakosten. Nach einer kurzen Einweisung wurde das Boot übernommen und mit unseren Sachen beladen. Die 6 Schlafplätze waren für uns zwei mehr als ausreichend. Nach einem ersten Abendessen mit Bierchen auf dem Boot ging es früh in die Kojen.

Am nächsten Morgen, Freitag / 2.9.2011, fuhren wir mit dem Auto erst noch zu LIDL nach Gizycko, um die Vorräte aufzufüllen. Dann machten wir uns mit dem Boot vertraut und starteten bei mäßigem Segelwind und Sonne die erste Tour auf dem Seitensee und Löwentinsee, wieder bis nach Gizycko und zurück, rund 20 km. Das Boot war mit allem, was nötig ist, gut ausgestattet und ließ sich mit 2 Mann beim Segeln gut beherrschen. ABER: Wenn es ans Mastlegen zum Durchfahren von Kanälen und Brücken ging, merkten wir, dass es mit uns beiden schwierig wurde. Wir mussten jedes Mal ankern, da wir niemanden hatten, der in dieser Zeit Motor und Ruder bediente. Später ging es zum Abendessen in eine sehr rustikale Gaststätte, die wir später noch öfter besuchten, mit gutem Essen, gutem polnischen Bier und guten Preisen: 2 reichhaltige Essen und 4 große Bier für 80 Zloty = 20 Euro.

Für Samstag / 3.9.2011 hatten wir uns eine größere Strecke vorgenommen und starteten bei Sommer, Sonne und wenig Wind in Richtung Norden: Seitensee, Löwentinsee, Kanal durch Gizycko, Kissainsee, Dargainensee, ca. 25 km. Am Nachmittag ankerten wir vor der Brücke in Kirsajtisee/ Mauersee. Dort übernachteten wir vor Anker: Zunehmender Mond, windstill, fantastischer Sternenhimmel, allein auf dem See. Das war eigentlich verboten wegen Gefahren durch aufkommende Wetter, wir wussten es aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht - und es kam auch nichts.

Am Sonntag / 4.9.2011 wurde nach dem Frühstück der Mast gelegt, der Anker hochgeholt und der Motor angeworfen, um die Brücke zum Kirsajtisee/ Mauersee zu durchfahren. Über diesen und den Mamrysee segelten wir bei gutem Wind und Superwetter, warm und sonnig, bis zum Kanal nach Wegorzewa/Angerburg - wieder Mast legen und durch den Kanal zur Marina Angerburg. Nach dem Suchen eines Platzes und einem Mittagessen auf dem Boot ging es zum Stadtrundgang und zur Besichtigung der Ordensburg.

Ab Montag / 5.9.2011 segelten wir wieder nach Süden. Per Motor durch den Kanal von Angerburg zum Mauersee und dann segelten wir durch Mauersee, Schwenzeitsee zum Kirsajtisee, dort wieder Mast legen und durch die Brücke in den Dargainensee - wollten wir zumindest. Aber es war schon den ganzen Tag ziemlich stürmisch, überall leuchteten die Sturmwarnlampen. Aber es schien die Sonne. Hinter der Brücke schlug uns der Sturm mit hohem Wellengang direkt entgegen, so dass wir schnellstens umkehrten und uns an der anderen Seite in eine windstille Ecke an einen dort vorhandenen Steg legten, wo wir nach einem ausgiebigen Plausch und Bierchen mit Seglern aus Poznan auch übernachteten. Und nachts kam auch der erste Regen, der schlechtes Wetter für den nächsten Tag brachte.

Am Dienstag / 6.9.2011 segelten wir bei gutem Wind, aber schlechtem Wetter über Dargainensee, Kissainsee, Mast legen, Kanal durch Gizycko, Löwentinsee nach Rydzewo, wo wir mittags ankamen. Es war nicht unser Tag: Motor kaputt, 1 Paddel kaputt, Klo voll - Arbeit für den Nachmittag. Erfreulicherweise hatte sich das Wetter gebessert, so dass gegen 17.00 Uhr wieder alles erledigt und in Ordnung war.

Der Mittwoch / 7.9.2011 war ein Regentag. Und da wir an unserem Stammsteg lagen, auch Ruhetag. Also fuhren wir zur Besichtigung der Wolfsschanze und nach Gizycko zu LIDL, um die Bestände nachzufüllen. Die Bunkerstadt Wolfsschanze war Hitlers ehemaliges Hauptquartier in Ostpreußen, benutzt für über 2 Jahre bis November 1944. Gizycko ist eine Kleinstadt mit einer großen neuen Marina, von hier geht der Kanal zu den großen nördlichen Seen.

Am Donnerstag / 8.9.2011 hatten wir schon früh mieses wechselhaftes Wetter. Wir ließen uns die Laune nicht verderben und fuhren weiter in Richtung Süden. Strecke: Seitensee, Brücke, Kröstensee, Szymonecky-See, Kanal Szymonski/mit Brücke, Schmidtsdorfer See, Kanal Mindunski,/mit Brücke, Koteksee/ganz klein, Kanal Grunwaldzki/ mit Brücke, Taltowisko-See, Talckikakanal/mit Brücke, Talter Gewässer, ca. 25 km. Inzwischen wurde das Wetter noch schlechter und regnerisch, wir suchten uns einen ruhigen Platz im Schilf und genossen die Entspannung. Und die Nachtruhe.

Am Freitag / 9.9.2011 wandten wir uns erst einmal nach Norden und erkundeten das Talter Gewässer bis ans Ende. Dann ging es nach Süden, bis zum Mikolajkisee, wieder Mast runter für 3 Brücken, an Mikolajki vorbei bis kurz vor die Fähre. Es war guter Segelwind bei durchwachsenem Wetter. Am Mittag starker Regen, so dass wir uns eine Anlegestelle suchten, wo wir auch auf dem Boot Mittag machten. Es war nachmittags zwar zeitweilig sonnig, aber immer wieder Regen, wir blieben also an der Liegestelle, wo wir übernachteten.

Am Samstag / 10.9.2011 legten wir schon zeitig ab, um zum Spirdingsee, dem größten der Masuren, zu kommen und diesen bei Sonne mit leichter Bewölkung bei stark auffrischendem Wind zu umrunden - immerhin über 30 km bis zur Anlegestelle auf der Insel Teufelswerder, wo wir nach spätem Mittagessen auf dem Boot auch den Nachmittag verbrachten und dort übernachteten.

Am Sonntag / 11.9.2011 ging es weiter über den Spirdingsee mit einem Abstecher in den Sextersee. Dann zurück nach Mikolajki in die Marina, wo wir übernachteten. Das Mittagessen gab es in der Gaststätte an der Uferpromenade. Es herrschte Superwetter bei mäßigem Wind. Mikolajki wird als masurisches Venedig bezeichnet und ist eines der großen Wassersportzentren der Seenplatte.

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Der Montag / 12.9.2011 brachte dann ziemlich miserables Wetter mit Regenschauern und kräftigem Gewitter, so dass wir schon vor der Abfahrt den Mast legten und bis zu unserer Basis in Rydzewo, ca. 30 km, mit Motor fuhren und uns nach dem Mittagessen auf dem Boot am Nachmittag Ruhe und Bier gönnten.

Der Dienstag / 13.9.2011 brachte einen heftigen Wetterumschwung, es herrschte sehr starker Wind mit Sturmwarnung, signalisiert durch Warnleuchten an den meisten Seen. Davon abgesehen herrschte sonniges Wetter mit Bewölkung, also machten wir uns Bewegung an Land, Einkäufe und Frühschoppen. Nach dem Mittagessen an Bord herrschte Ruhe: Lesen und Schlafen.

Das Wetter setzte sich am Mittwoch / 14.9.2011 genauso fort - gutes Wetter mit Sturm, so dass wir nach weiteren Einkäufen in Rydzewo, einem Frühschoppen und Mittagessen in der Gaststätte unsere Sachen packten und das Auto beluden.

Schon frühzeitig ging es am Donnerstag / 15.9.2011 auf den Heimweg. Wir wählten die lange Route über Danzig und Elblak, wo wir jeweils einige Stunden mit Besichtigungen verbrachten. So kamen wir gegen 21.30 Uhr in Cottbus an. Das Wetter war wiederum etwas durchwachsen, bewölkt und ab und zu Regenschauer.

Zusammenfassung:

  • Gesamtstrecke Auto: 1.778 km, Verbrauch: 89 l = 5,01 l/100 km (Audi 4/Diesel)
  • Gesamtstrecke Boot: ca. 227 km, dav. Segeln ca. 160 km (grade Strecke)


Segeln auf den masurischen Seen 16. - 27. August 2014

Und weil es so schön war, machten wir uns noch einmal auf, um wieder auf den masurischen Seen einen Segelurlaub zu verbringen. Dieses Mal fuhren wir aber zu dritt mit einem etwas größeren Boot, wo es uns vor allem auf den Einbaumotor ankam. Es war ebenfalls ein polnischer Jollenkreuzer, Janmoor 28, mit einer Länge von 8,50 m, einer Segelfläche von 33 m² und 6 bequemen (offiziell 8) Schlafplätzen. Es war phantastisch: Ein Boot mit viel Platz, eine optimale Besatzungsgröße, so dass wir bei allen Manövern, vor allem Mastlegen, immer mit dem Motor in Fahrt bleiben konnten, meist gutes Wetter und viel Wind. Diesmal fuhren wir, allerdings mit ordentlich gerefftem Segel, auch bei Sturmwarnungen. Und es war die meiste Zeit mindestens ziemlich starker Wind.

Hier erübrigen sich weitere große Berichte, denn einiges wiederholte sich, einige Strecken wurden neu erkundet. Darum nur eine kurze Zusammenfassung:
Am Samstag / 16.8.2014 kamen wir um 18.00 Uhr in Rydzewo an, übernahmen das Boot und richteten uns ein. Am Sonntag / 17.8.2014 segelten wir zur Eingewöhnung nur auf den Seen um Rydzewo, um am Montag / 18.8.2014 und Dienstag / 19.8.2014 bei gutem Wetter und starkem Wind auf große Fahrt bis zum Nordende des Mauersees und zurück nach Rydzewo zu gehen. Mittwoch / 20.8.2014 segelten wir nach Süden, bis Mikolajki und am Donnerstag / 21.8.2014 dann weiter zum Spirdingsee und wieder auf die Insel Teufelswerder zur Übernachtung. Am Freitag / 22.8.2014 segelten wir weiter auf dem Spirdingsee, dann zur Marina Mikolajki zum Übernachten. Am Samstag / 23.8.2014 fuhren wir unter Segel und Motor in den Kanälen wieder bis zu unserem zentralen Punkt Rydzewo. Sonntag / 24.8.2014 war dann kein Wind, aber etwas regnerisch, so dass wir die Umgebung besichtigten. Montag / 25.8.2014 war dann wieder stürmisches Segelwetter und wir machten noch einmal eine große Tour in Richtung Süden, Seitensee und Kröstensee, und zurück. Dienstag / 26.8.2014 war es uns dann doch zu stürmisch und nach ausgiebigem Frühstück, Frühschoppen und gutem Mittagessen in der Gaststätte erfolgte die Abreisevorbereitung: Bootsreinigung, Klo leeren, Sachen packen und Auto beladen. Am Mittwoch / 27.8.2014 erfolgte die Rückreise ohne Zwischenfälle.

Ein paar Worte zu den Kosten:
Es geht fast nicht, preiswerter einen derartigen Klasse-Segelurlaub zu verbringen. Die Kosten betrugen insgesamt (Fahrtkosten, Verpflegung einschl. Gaststätten und Bier, Bootscharter, Marina, Eintritt bei Besichtigungen und allem anderen) pro Person und Tag:

  •  2011: 33,05 Euro
  •  2014: 37,47 Euro

 

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